Dalmore – Highland Single Malt aus Alness seit 1839
Dalmore ist eine der bekanntesten Scotch Whisky Brennereien der schottischen Highlands – gegründet 1839 in Alness am Nordufer des Cromarty Firth, seit über 185 Jahren in Betrieb und erkennbar an einem einzigen Symbol: dem Zwölfender-Hirsch auf jeder Flasche. Der Name Dalmore kommt aus dem Gälischen und bedeutet sinngemäß „großes Feld" oder „große Wiese". Was die Brennerei auszeichnet, ist nicht allein ihre Geschichte, sondern ihr unverwechselbares Aromaprofil und ihre konsequente Fasspolitik: seit Jahrzehnten setzt die Destillerie auf aufwendige Mehrfach-Reifung in Sherryfässern, Matusalem Oloroso Butts, Port Pipes und Madeira-Fässern und erzeugt damit einen dunkelfrüchtigen, vollmundigen Stil, der aus der Highland-Landschaft heraussticht.
Gegründet
1839
Alexander Matheson gründete die Brennerei 1839 bei Alness und verpachtete sie an die Familie Sutherland. Ab 1867 übernahm der Mackenzie-Clan die Leitung – bis 1960 blieb die Brennerei fast vollständig in Familienhand.
Region
Northern Highlands
Dalmore liegt am Nordufer des Cromarty Firth bei Alness, rund 30 Kilometer nördlich von Inverness. Die Lage am Meeresarm prägt das ausgeglichene, feuchte Klima und damit die gleichmäßige Reifung der Fässer in den neun Lagerhäusern auf dem Gelände.
Eigentümer
Whyte & Mackay / Emperador Inc.
1960 fusionierte die Dalmore-Familienfirma mit Whyte & Mackay. Seit 2014 gehört Whyte & Mackay zur philippinischen Emperador Inc. Zusammen mit Dalmore gehören Isle of Jura, Fettercairn und Tamnavulin zum Portfolio.
Kapazität
9 Millionen Liter (ab 2026)
Mit dem Abschluss einer 40-Millionen-Pfund-Erweiterung hat Dalmore 2026 seine Produktionskapazität von 4,5 auf 9 Millionen Liter verdoppelt. Destilliert wird in acht Pot Stills – vier Wash Stills und vier Spirit Stills in zwei unterschiedlichen Größen.
Erkennungszeichen
Der Zwölfender-Hirsch
Seit dem vollständigen Erwerb der Brennerei durch die Mackenzie Brüder 1891 trägt jede Flasche das Zwölfender-Hirschgeweih des Familienwappens. Der Ursprung der Legende geht auf das Jahr 1263 zurück – König Alexander III. soll von einem Mitglied des Clans vor einem heranstürmenden Hirsch gerettet worden sein.
Stil
Dunkelfruchtig, vollmundig, Sherry-betont
Orangenmarmelade, dunkle Schokolade, Gewürze und Trockenfrüchte aus der intensiven Mehrfach-Fassreifung – Dalmore ist ein großer, körperreicher Highland Malt, der durch den konsequenten Einsatz von Sherry- und anderen Spezialbottichen geprägt ist.
Dalmore – Gründung, Mackenzie-Clan und der Hirsch
Die Brennerei Dalmore, offiziell The Dalmore, entstand 1839. Gründer war Alexander Matheson, ein erfolgreicher Geschäftsmann, der die Anlage unmittelbar nach der Gründung an die Familie Sutherland verpachtete. Ab 1867 übernahmen die Brüder Charles, Andrew und Alexander Mackenzie die Führung der Brennerei und prägten sie für fast hundert Jahre. 1891 verkaufte Sir Kenneth Matheson – ein Nachfahre des Gründers – die Anlage für 14.500 Pfund an die Mackenzie Brüder, und mit dem Clan kamen auch das Wappen und die Symbolik, die die Destillerie bis heute trägt: der Zwölfender-Hirsch, der Clan-Legende nach auf eine Rettung des schottischen Königs Alexander III. im Jahr 1263 zurückgeht. Ein Mitglied des Mackenzie-Clans soll den König damals vor einem angreifenden Hirsch bewahrt haben – als Dank durfte der Clan das Geweih im Wappen führen. Heute ziert dieser Zwölfender jede Flasche als eines der bekanntesten Erkennungszeichen der schottischen Whiskylandschaft.
💡 Wissenswertes: Das Mackenzie-Wappen trägt neben dem Hirsch auch den Wahlspruch „Luceo non uro" – „Ich leuchte, ich brenne nicht". Für eine Brennerei, deren gesamtes Handwerk auf dem kontrollierten Einsatz von Feuer und Hitze beruht, eine kleine, aber sehr sympathische Ironie im eigenen Familienwappen.
Im Ersten Weltkrieg wurde die Brennerei 1917 von der Royal Navy für die Herstellung von Seeminen beschlagnahmt. Bei einer Explosion beim Abzug des Militärs wurde ein Teil der Anlagen zerstört; der Streit um Entschädigungen zog sich bis 1925 hin, als das britische House of Lords eine Einigung erzielte. Bereits 1922 hatte die Produktion wieder begonnen. 1960 fusionierte die Familienfirma mit Whyte & Mackay aus Glasgow – es begann eine Ära wechselnder Eigentümer, die 2014 mit dem Kauf durch die philippinische Emperador Inc. für rund 430 Millionen Pfund vorläufig endete.
Dalmore – die wichtigsten Stationen
- 1839: Gründung durch Alexander Matheson bei Alness, Verpachtung an Familie Sutherland.
- 1867: Übernahme der Leitung durch die Brüder Mackenzie.
- 1891: Sir Kenneth Matheson verkauft die Brennerei für 14.500 Pfund an die Mackenzie Brüder – der Hirsch kommt auf die Flasche.
- 1917–1922: Royal Navy beschlagnahmt die Anlage zur Minenproduktion, Produktionsstopp.
- 1960: Fusion der Familienfirma mit Whyte & Mackay aus Glasgow.
- 2014: Übernahme durch die philippinische Emperador Inc. für rund 430 Millionen Pfund.
Dalmore – Lage und Produktion am Cromarty Firth
Die Brennerei liegt direkt am Nordufer des Cromarty Firth, dem langen Meeresarm, der sich von der Küste der Northern Highlands ins Landesinnere zieht. Die Lage ist prägend: Das ausgeglichene, feuchte Küstenklima mit milden Temperaturen sorgt für gleichmäßige Reifebedingungen in den neun Lagerhäusern auf dem Gelände – vier traditionelle, flache Dunnage Warehouses und fünf modernere Racked Warehouses mit einer Gesamtkapazität von rund 65.000 Fässern. Das Wasser für die Produktion stammt aus dem Fluss Alness, der durch die gleichnamige Kleinstadt fließt und im Loch Morie tief in den nördlichen Highlands entspringt.
Für die Destillation stehen acht kupferne Pot Stills bereit, die sich bewusst in Form und Größe unterscheiden – ein ungewöhnliches Merkmal, das zur Charakterstärke des Destillats beiträgt. Die zwei größeren Wash Stills fassen je 16.500 Liter, die zwei kleineren je 8.250 Liter. Bei den Spirit Stills arbeiten zwei mit je rund 11.000 Litern und zwei mit je rund 7.300 Litern Kapazität. Die älteren Wash Stills haben einen auffällig flachen Kopf – entstanden, weil die Behälter beim Einbau ins Gebäude oben abgeschnitten werden mussten, was den Lyne Arm an die Seite verlegte und zu mehr Rückfluss und einem höheren Kupferkontakt führt. Das Ergebnis ist ein eher milder, malzig-komplexer Rohbrand als Ausgangsbasis für die Reifung.
Dalmore Fasspolitik – Sherry, Port und Madeira
Was Dalmore von den meisten anderen Highland-Brennereien unterscheidet, ist die konsequente und aufwendige Mehrfach-Fassreifung. Der Großteil des Destillats reift zunächst neun Jahre in amerikanischen Weißeichen Ex-Bourbonfässern, bevor er auf verschiedene Spezialfässer aufgeteilt wird. Ein Teil setzt die Reifung in diesen Bourbonfässern fort, ein anderer wechselt in 30 Jahre alte Matusalem Oloroso Sherryfässer von Gonzalez Byass – einer der renommiertesten Sherry-Bodegas Spaniens, mit der Dalmore eine exklusive Partnerschaft pflegt. Hinzu kommen Port Pipes, Madeira-Fässer, Marsala-Fässer und Cabernet-Sauvignon-Barrique. Diese Vielfalt erklärt das dichte, dunkelfruchtige Profil, das die Abfüllungen so charakteristisch macht.
Dalmore Fasstypen in der Mehrfach-Reifung
- Ex-Bourbon (American Oak): Erste Reifungsphase, mindestens neun Jahre – Grundlage für Vanille, Zitrus und Süße.
- Matusalem Oloroso Sherry (Gonzalez Byass): 30 Jahre alte Fässer – Trockenfrüchte, Schokolade, Gewürze.
- Port Pipes: Rote Beerenfrüchte, Süße, vollmundige Textur.
- Madeira: Oxidative Nussigkeit, Karamell, getrocknete Aprikosen.
- Marsala: Süßlich-würzige Noten, Karamell, Trockenfrüchte.
- Cabernet Sauvignon Barrique: Tanninreiche Rotwein-Noten, dunkle Beeren.
Das Aromaprofil ist klar erkennbar: Orangenmarmelade und Zitrusnoten aus der Ex-Bourbon-Reifung, dunkle Trockenfrüchte, Schokolade und Gewürze aus den Sherryfässern, Vollmundigkeit und Körpergewicht aus der langen Reifezeit. Kein torfiger, rauchiger Scotch – sondern ein eleganter, süßlich-würziger Highland Malt, der sich für Einsteiger ebenso eignet wie für erfahrene Liebhaber alter Jahrgangsabfüllungen.
Das kreative Herzstück hinter diesem Fassprogramm war über Jahrzehnte Richard Paterson OBE (Officer of the Order of the British Empire) – seit 1970 bei Whyte & Mackay, mit 26 Jahren Master Blender und bekannt als „The Nose". Unter seiner Leitung wurde die exklusive Matusalem-Kooperation mit Gonzalez Byass aufgebaut und die Kategorie des Super Luxury Single Malt geprägt. Heute verantwortet Gregg Glass als Master Whisky Maker die Weiterentwicklung des Dalmores.
💡 Wissenswertes: Richard Paterson ist für eine ungewöhnliche Verkostungs-Methode bekannt – bei Tastings schwenkt er den Whisky im Glas und schüttet ihn anschließend demonstrativ auf den Boden, um Konsistenz und „Beine" zu zeigen, bevor die eigentliche Verkostung beginnt. Selbst mit sehr wertvollen Abfüllungen. Er scherzt gerne, der Teppich im Dalmore-Verkostungsraum sei inzwischen der teuerste der Welt.
Dalmore Whisky kaufen – Kernrange und Abfüllungen
Die Kernrange besteht aus Dalmore 12 Jahre als klassischem Einstieg, Dalmore 15 Jahre und Dalmore 18 Jahre. Der Zwölfjährige reift neun Jahre in Ex-Bourbonfässern, bevor er auf Bourbon und Matusalem Sherry aufgeteilt wird. Hinzu kommt King Alexander III, eine NAS-Abfüllung, die den Mackenzie-Clan-Mythos im Namen trägt und aus sechs verschiedenen Fasstypen besteht: Ex-Bourbon, Matusalem Oloroso Sherry, Madeira, Marsala, Port Pipes und Cabernet Sauvignon Barriques. Cigar Malt Reserve ist auf die Aromen abgestimmt, die gut mit Tabak harmonieren. Darüber hinaus pflegt die Brennerei eine ausgeprägte Rare- und Vintage-Range – von der Rivers Collection über hochpreisige Single Cask Whiskys bis zu Auktionsraritäten, von denen ein 62-jähriger im Jahr 2002 als bis dahin teuerste Whisky-Flasche der Welt für 25.877 Pfund versteigert wurde.
Dalmore Kernrange im Überblick
- Dalmore 12 Jahre: Klassischer Einstieg – Ex-Bourbon und Matusalem Sherry, Vanille, Orange, Schokolade.
- Dalmore 15 Jahre: Tieferes Sherry-Profil, mehr Trockenfrüchte und Würze.
- Dalmore 18 Jahre: Komplexer, mit Port- und Sherryfass-Reifung, langer Abgang.
- King Alexander III: NAS – sechs Fasstypen gleichzeitig, benannt nach der Hirsch-Legende von 1263.
- Cigar Malt Reserve: Auf Tabak-Aromen abgestimmt, kräftiger, würziger Stil.
Wer den Hausstil kennenlernen möchte, greift zum Dalmore 12 Jahre: In der Nase Orangenschalen, Walnüsse und ein Hauch Schokolade, am Gaumen vollmundig mit Karamell, Orangenmarmelade und einem milden Sherry-Würzton, im Abgang mittellang, trocken und warm mit Zimt und dunkler Schokolade. Ein zugängliches, gut ausbalanciertes Aromaprofil, das die Handschrift der Brennerei n kompakter Form zeigt.
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Zu den Dalmore AbfüllungenFür tiefergehende Informationen über Geschichte, Produktion, Fassprogramm und die vollständige Range empfehlen wir unsere ausführliche Dalmore Infoseite.
Dieser Artikel stammt aus dem FASSGEIST Whisky Lexikon – verfasst vom FASSGEIST-Redaktionsteam auf Basis von Brennerei-Dokumentationen und Fachpublikationen.
Dalmore Whisky – Fragen und Antworten
Wo liegt die Dalmore Brennerei?
Wann wurde Dalmore gegründet?
Was bedeutet der Hirsch auf den Dalmore Flaschen?
Wie schmeckt Dalmore Single Malt?
Welcher Dalmore Whisky ist ein guter Einstieg?
