Ardbeg Whisky – Die legendäre Islay Brennerei im Portrait

Ardbeg Brennerei auf Islay

Ardbeg Brennerei

Ardbeg – Schottlands rauchigster Single Malt seit 1815

Die Ardbeg Brennerei an der Südküste der schottischen Hebrideninsel Islay zählt zu den legendärsten Whisky-Destillerien der Welt. Seit 1815 produziert sie einen der intensivsten und zugleich überraschend eleganten Single Malt Scotch Whiskys. Mit einem Phenolgehalt von 50-55 ppm gehört Ardbeg zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands – und dennoch zeichnet sich der Whisky durch eine bemerkenswerte Süße und Komplexität aus, die als Peaty Paradox bekannt ist.

Gemeinsam mit Lagavulin und Laphroaig bildet Ardbeg das berühmte „Kildalton Trio" entlang der südlichen Küstenstraße. Der einzigartige Purifier an der Spirit Still, die über 100 Jahre alte Boby Mill und die langen Fermentationszeiten von bis zu 71 Stunden verleihen dem Whisky seinen unverwechselbaren Charakter. Nach einer bewegten Geschichte mit Schließung in den 1980er Jahren und der Rettung durch Glenmorangie 1997 gehört Ardbeg heute zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH. Die Brennerei produziert jährlich bis zu 2,8 Millionen Liter reinen Alkohol in ihren vier kupfernen Pot Stills und zieht Whisky-Liebhaber aus aller Welt in ihr preisgekröntes Besucherzentrum mit dem legendären Old Kiln Café.

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1815
Gründungsjahr
Über 200 Jahre Whisky-Tradition auf Islay
50-55
ppm Phenol
Eine der torfigsten Brennereien Schottlands
66-71
Stunden Gärung
Lange Fermentation für fruchtige Komplexität
2,8 Mio.
Liter pro Jahr
Produktionskapazität seit 2021

Inhalt dieser Seite

  1. Ardbeg auf einen Blick – Daten & Fakten
  2. Brennerei – Lage, Philosophie und Menschen
  3. Produktion – Vom Malz bis zur Reifung
  4. Geschichte – Von 1815 bis heute
  5. Ardbeg Single Malt – Für wen lohnt sich der Kauf?
  6. FAQ – Häufige Fragen zu Ardbeg

Von den illegalen Anfängen im 18. Jahrhundert über die Blütezeit unter der Familie Hay bis zur dramatischen Rettung 1997 – die Geschichte von Ardbeg liest sich wie ein Whisky-Roman. Heute vereint die Brennerei das Beste aus zwei Welten: traditionelle Handwerkskunst mit über 100 Jahre alter Ausstattung und innovative Experimente, die sogar bis ins Weltall reichten. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über die Brennerei, ihre einzigartige Produktionsweise und die Whiskys, die Liebhaber auf der ganzen Welt begeistern.

Ardbeg auf einen Blick – Daten & Fakten


Die Ardbeg Brennerei – Lage, Philosophie und Whiskys

Ardbeg Core Range

Ardbeg Core Range

Lage der Brennerei auf Islay

Die Ardbeg Brennerei liegt an der südlichen Küste der Insel Islay, etwa fünf Kilometer östlich von Port Ellen. Der Name „Ardbeg" stammt vom gälischen „An Àird Bheag", was übersetzt „Das kleine Vorgebirge" oder „Die kleine Anhöhe" bedeutet – eine treffende Beschreibung der geografischen Lage der Brennerei in einer kleinen Bucht am Meer.

Zusammen mit den benachbarten Brennereien Lagavulin und Laphroaig bildet Ardbeg das berühmte „Kildalton Trio" – drei Destillerien entlang derselben Küstenstraße, die gemeinsam den klassischen, torfbetonten Islay-Stil definieren. Diese Brennereien sind für ihre intensiv rauchigen Whiskys bekannt, wobei jede ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter entwickelt hat.

Die Lage direkt am Atlantik prägt den Charakter des Ardbeg Whiskys maßgeblich. Die salzhaltige Meeresluft, die ständig über die Insel weht, dringt in die Lagerhäuser ein und verleiht dem reifenden Whisky maritime Noten von Seetang, Jod und Meersalz. Das milde, aber feuchte Klima mit Durchschnittstemperaturen zwischen 4°C im Winter und 14°C im Sommer sorgt für eine langsame, gleichmäßige Reifung mit geringen Verdunstungsverlusten (dem sogenannten „Angel's Share").

Islay selbst ist ein Paradies für die Whisky-Produktion. Die Insel verfügt über reichlich weiches Wasser, fruchtbaren Boden und vor allem unerschöpfliche Torfvorkommen – die Grundlage für den charakteristischen rauchigen Geschmack der Islay-Whiskys. Ardbeg bezieht sein Wasser aus zwei natürlichen Quellen: dem Loch Uigeadail in den Hügeln hinter der Brennerei und dem Loch Airigh Nam Beist. Das Wasser fließt über Quarzitklippen und durch Torfmoore, wobei es auf seinem Weg natürliche Mineralien und torfige Aromen aufnimmt.

Geschmacksprofil: Rauch, Torf und Süße

Was Ardbeg von anderen Islay-Brennereien unterscheidet, ist sein einzigartiges Geschmacksprofil. Während Brennereien wie Laphroaig für ihren medizinischen, jodartigen Charakter bekannt sind, und Lagavulin für seine elegante, ausgewogene Rauchigkeit, setzt Ardbeg auf eine intensive Torfigkeit, die von einer überraschenden Süße begleitet wird.

Die typischen Geschmacksnoten eines Ardbeg Whiskys umfassen Rauch und Torf als dominante Elemente, gefolgt von Zitrusnoten wie Limette und Zitrone. Dazu gesellen sich süße Aromen von Vanille und Schokolade, maritime Einflüsse wie Seetang und Salzigkeit, würzige Noten von schwarzem Pfeffer und Gewürzen sowie komplexe Nuancen von Kaffee, Espresso und geröstetem Malz. Diese Balance zwischen intensiver Rauchigkeit und süßer Komplexität ist das Markenzeichen von Ardbeg und macht den Whisky sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Liebhaber zugänglich.

"Mein erster Islay-Whisky war ein Ardbeg Ten. Erst dachte ich: viel zu rauchig. Aber dann kam diese unerwartete Süße durch – seitdem bin ich Ardbeg-Fan."

Die Philosophie von Ardbeg

Das „Peaty Paradox"

Der Begriff „Peaty Paradox" beschreibt die einzigartige Eigenschaft von Ardbeg: Obwohl der Whisky einer der torfigsten der Welt ist, besitzt er eine überraschende Süße und Eleganz. Dies ist das Ergebnis mehrerer sorgfältig aufeinander abgestimmter Faktoren. Der einzigartige Purifier an der Spirit Still filtert die schwersten Verbindungen und sorgt für einen eleganteren Spirit. Die überdurchschnittlich lange Fermentation von 66 bis 71 Stunden fördert die Bildung fruchtiger Ester. Die sorgfältige Fassauswahl, vorwiegend Ex-Bourbon mit gezielten Sherry-Ergänzungen, balanciert den Rauch mit natürlicher Süße. Und die handwerkliche Produktion mit traditionellen Methoden ermöglicht eine Feinabstimmung, die in industriellen Großbetrieben nicht möglich wäre.

Tradition und Innovation

Ardbeg steht für eine perfekte Balance zwischen Bewahrung und Fortschritt. Auf der Seite der Tradition findet sich die über 100 Jahre alte Boby Mill, die Holz-Washbacks aus Lärche und Oregon-Kiefer, die handschriftlichen Aufzeichnungen ohne Computerunterstützung, der traditionelle Purifier am Lyne Arm sowie die klassischen Dunnage Warehouses mit Erdboden direkt am Meer.

Gleichzeitig treibt Ardbeg die Innovation voran wie kaum eine andere Brennerei. Das Weltraum-Experiment mit der ISS, die Verwendung neuer Fasstypen wie Schwarzmeer-Eiche aus dem Adyghe-Gebiet, die Experimente mit High-Gravity-Maische, experimentelle Destillationen ohne den charakteristischen Purifier und modernste Qualitätskontrolle im Labor zeigen die Innovationsfreude der Brennerei.

Nachhaltigkeit

Als Teil von LVMH engagiert sich Ardbeg zunehmend für Nachhaltigkeit. Die Brennerei arbeitet kontinuierlich an der Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. Wo immer möglich, wird auf lokale Beschaffung gesetzt, und die Unterstützung der Islay-Gemeinschaft ist ein zentrales Anliegen. Der Draff, die ausgelaugte Gerste nach dem Maischen, wird als nährstoffreiches Tierfutter an lokale Bauern verkauft – ein nachhaltiger Kreislauf, der seit Generationen praktiziert wird.

💡 Wusstest du? Der Name „Ardbeg" stammt aus dem Gälischen „An Àird Bheag" und bedeutet „Das kleine Vorgebirge". Die Brennerei liegt in einer geschützten Bucht, die Schmugglern im 18. Jahrhundert als perfektes Versteck diente.

Das Ardbeg Committee – Eine weltweite Gemeinschaft

Eine der bemerkenswertesten Innovationen von Ardbeg ist das Ardbeg Committee, das am 1. Januar 2000 offiziell gegründet wurde. Was als bescheidener Fanclub mit 3.500 Mitgliedern begann, ist heute zu einer weltweiten Bewegung von über 220.000 „Ardbeggians" in mehr als 130 Ländern angewachsen.

Die Mitgliedschaft im Committee ist kostenlos und bietet zahlreiche Vorteile, darunter Vorab-Informationen über neue Produkte und Veranstaltungen, die Möglichkeit, das Visitor Centre auf Islay zu besuchen und an speziellen Tastings teilzunehmen, sowie die Zugehörigkeit zu einer leidenschaftlichen Gemeinschaft von Whisky-Liebhabern aus aller Welt.

Der jährliche Ardbeg Day, der am letzten Samstag des Islay Festivals (Fèis Ìle) stattfindet, ist zu einem der wichtigsten Ereignisse im Whisky-Kalender geworden. An diesem Tag feiern Ardbeg-Fans auf der ganzen Welt gemeinsam ihre Leidenschaft für den torfigen Scotch. Die Brennerei veröffentlicht zu diesem Anlass regelmäßig limitierte Sonderabfüllungen, die von Liebhabern heiß begehrt sind.

Im Jahr 2025 feiert das Ardbeg Committee sein 25-jähriges Jubiläum – ein Meilenstein, der die außergewöhnliche Loyalität der Ardbeg-Fangemeinde unterstreicht.

Die Menschen hinter Ardbeg

Die Geschichte von Ardbeg wurde von einer Reihe bemerkenswerter Persönlichkeiten geprägt, deren Leidenschaft und Expertise den Charakter der Brennerei maßgeblich geformt haben.

Ed Dodson war der Mann, der Ardbeg 1997 wiedererweckte. Er führte die Brennerei durch die kritische Phase der Wiedereröffnung, als die Anlage in einem erbärmlichen Zustand war, und legte den Grundstein für den späteren Erfolg. Seine Vision und sein unermüdlicher Einsatz retteten eine Brennerei, die kurz vor dem endgültigen Aus stand.

Stuart Thomson übernahm als Distillery Manager von 1997 bis 2006 und war maßgeblich am Aufbau der Marke beteiligt. Unter seiner Führung wurde das Ardbeg Committee gegründet und die Marke als Kultwhisky etabliert. Er entwickelte die legendäre „Very Young"-Reihe, die den Fans ermöglichte, die Entwicklung des neuen Ardbeg-Destillats mitzuverfolgen.

Michael „Mickey" Heads, ein gebürtiger Islay-Bewohner, der zuvor bei Jura und früher bei Ardbeg gearbeitet hatte, führte die Brennerei von 2007 bis 2020 zu internationalem Ruhm. Unter seiner dreizehnjährigen Leitung gewann Ardbeg mehr Auszeichnungen als jede andere rauchige Whisky-Marke. Er war bekannt für seine Leidenschaft, sein tiefes Wissen über die Brennerei und seine Fähigkeit, die Geschichte von Ardbeg lebendig zu erzählen.

Colin Gordon übernahm im August 2020 die Position des Distillery Managers und führt die Tradition fort. Er überwachte die Fertigstellung des neuen Brennhauses im März 2021 und setzt auf die Balance zwischen Tradition und Innovation, die Ardbeg so einzigartig macht.

Dr. Bill Lumsden ist der Director of Distilling and Whisky Creation bei der Glenmorangie Company und damit verantwortlich für die Whisky-Kreation sowohl bei Glenmorangie als auch bei Ardbeg. Mit einem Doktortitel in Biochemie bringt er wissenschaftliche Präzision in die Kunst der Whisky-Herstellung. Er war die treibende Kraft hinter vielen innovativen Ardbeg-Abfüllungen und dem bahnbrechenden Weltraum-Experiment.

Jackie Thomson ist die langjährige Visitor Centre Managerin und Vorsitzende des Ardbeg Committee. Sie ist das Gesicht der Brennerei für die Besucher und hat das Old Kiln Café zu einem der beliebtesten Whisky-Destinationen auf Islay gemacht. Ihre berühmte Gastfreundschaft und ihr Wissen über Ardbeg machen jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

💡 Rekordpreis Im Juli 2022 wurde ein Ardbeg-Fass aus dem Jahr 1975 für 16 Millionen Pfund verkauft – der höchste Preis, der jemals für ein einzelnes Whiskyfass gezahlt wurde. Der Käufer erhält etwa 88 Flaschen, wenn das Fass abgefüllt wird.

Besucherzentrum und Old Kiln Café

Das Ardbeg Visitor Centre ist eines der beliebtesten auf Islay und bietet weitaus mehr als eine gewöhnliche Brennereiführung. Besucher können aus verschiedenen geführten Touren wählen, die von Einsteiger-Rundgängen bis hin zu intensiven Connoisseur-Erlebnissen reichen. Die Warehouse-Tastings, bei denen der Scotch direkt aus dem Fass verkostet wird, sind besonders beliebt und bieten einen unverfälschten Einblick in die Reifung des Whiskys. Im Shop sind exklusive Abfüllungen erhältlich, die nur vor Ort gekauft werden können.

Das Old Kiln Café ist weit mehr als ein gewöhnliches Brennerei-Café. Es wurde in den alten Darren untergebracht, jenen historischen Gebäuden, in denen einst das Malz über Torffeuer getrocknet wurde. Das Café bietet regionale schottische Küche mit lokalen Zutaten, vegetarische und vegane Optionen sowie eine spektakuläre Aussicht auf das Meer und eine der besten Whisky-Auswahlen auf Islay. Das Café wurde mehrfach für seine Qualität ausgezeichnet und ist ein Muss für jeden Islay-Besucher. Die herzliche Gastfreundschaft unter der Leitung von Jackie Thomson macht jeden Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

Die Anreise nach Ardbeg ist am einfachsten mit dem Auto. Von Port Ellen aus sind es etwa fünf Kilometer östlich entlang der A846, von Bowmore aus etwa 16 Kilometer. Auf dem Weg passiert man die Brennereien Laphroaig und Lagavulin, was die Route ideal für einen „Kildalton Trio"-Besuchstag macht. Die Fähre nach Islay verkehrt von Kennacraig auf dem schottischen Festland, und alternativ gibt es Flugverbindungen von Glasgow nach Islay.

Ardbeg in der Whisky-Kultur

Ardbeg hat einen einzigartigen Platz in der Whisky-Kultur eingenommen und genießt einen Status, der weit über den einer gewöhnlichen Brennerei hinausgeht. Die Marke hat es geschafft, eine perfekte Balance zwischen Zugänglichkeit und Exklusivität zu finden. Das Core Range ist weltweit erhältlich und macht den charakteristischen Ardbeg-Stil für jeden zugänglich, während die limitierten Releases und Sonderabfüllungen von Liebhabern heiß begehrt sind und regelmäßig binnen Stunden ausverkauft sind.

Die Authentizität der Brennerei spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Geschichte von der Beinahe-Schließung bis zur triumphalen Wiederauferstehung ist keine Marketing-Erfindung, sondern gelebte Realität. Diese echte, bewegende Geschichte resoniert mit Whisky-Liebhabern auf der ganzen Welt und schafft eine emotionale Bindung, die über den reinen Produktgenuss hinausgeht.

Ältere und limitierte Ardbeg-Abfüllungen sind auf dem Sekundärmarkt äußerst begehrt. Das Fass aus dem Jahr 1975, das 2022 für 16 Millionen Pfund an einen privaten Sammler verkauft wurde, setzte einen weltweiten Rekord für den höchsten jemals für ein einzelnes Whiskyfass gezahlten Preis. Historische Abfüllungen erreichen auf Auktionen regelmäßig fünf- bis sechsstellige Beträge.

Ardbeg hat auch in der Popkultur Spuren hinterlassen. Der Whisky taucht in verschiedenen Filmen, Fernsehserien und Dokumentationen auf, und die Brennerei selbst war Gegenstand mehrerer Dokumentarfilme über die Whisky-Industrie. Die Musik-Verbindung ist ebenfalls bemerkenswert: Der finnische Komponist Osmo Tapio Räihälä schrieb das symphonische Werk „Ardbeg—The Ultimate Piece For Orchestra" im Jahr 2003, das vom Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester aufgenommen wurde – ein außergewöhnliches Zeugnis für den kulturellen Einfluss dieser kleinen Brennerei am Ende der Welt.

Auszeichnungen: World Whisky of the Year

Ardbeg hat im Laufe der Jahre zahlreiche prestigeträchtige Auszeichnungen erhalten, die den Ruf der Brennerei als eine der besten der Welt festigen.

In Jim Murray's Whisky Bible wurde Ardbeg TEN 10 Jahre 2008 zum „World Whisky of the Year" und „Scotch Single Malt of the Year" gekürt. Nur ein Jahr später, 2009, erhielt Ardbeg Uigeadail die gleiche Auszeichnung mit einer Rekordbewertung von 97,5 von 100 Punkten. Im Jahr 2010 wurde Ardbeg Supernova zum „Scotch Whisky of the Year" gewählt.

Bei den World Whiskies Awards gewann Ardbeg Corryvreckan 2010 den Titel „Best Single Malt in the World", und 2013 wurde Ardbeg Galileo zum „World's Best Single Malt Whisky" gekürt.

Jim Murray beschrieb Ardbeg Uigeadail als „unglaublich komplex" und das Verkosten als „einen der großen Momente meines Whisky-Lebens".

Mit der Rekordbewertung von 97,5 Punkten setzte er neue Maßstäbe in der Whisky-Bewertung. Diese Serie von Auszeichnungen etablierte Ardbeg als den am höchsten dekorierten rauchigen Single Malt der Welt.

Die Core Range – Das Standardsortiment von Ardbeg

Die aktuelle Core Range von Ardbeg umfasst fünf permanente Abfüllungen, die jeweils einen anderen Aspekt des Brennerei-Charakters repräsentieren.

Ardbeg TEN 10 Jahre

Das Flaggschiff der Brennerei und der perfekte Einstieg in die Welt von Ardbeg. Dieser zehn Jahre in Ex-Bourbon-Fässern gereifte Whisky wird ohne Kältefiltration bei 46 % vol abgefüllt. Er präsentiert das klassische Ardbeg-Profil mit intensivem Rauch, Zitrusnoten und einer süßen, malzigen Basis. Ardbeg Ten gilt als einer der ausgewogensten und zugänglichsten torfigen Whiskys und wurde mehrfach ausgezeichnet.

"Ardbeg Ten ist für mich der perfekte Allrounder. Ob nach einem langen Arbeitstag oder bei einem Tasting mit Freunden – er enttäuscht nie und zeigt, was Islay kann."

Ardbeg Wee Beastie 5 Jahre

Mit nur fünf Jahren Reifung der jüngste Whisky im Portfolio. Er wurde 2020 eingeführt und reift in einer Kombination aus Ex-Bourbon und Oloroso-Sherry-Fässern. Mit 47,4 % vol präsentiert er sich als wilder, ungezähmter Ardbeg – intensiv, rauchig und mit einer charakteristischen Rohheit, die ihn zum idealen Kandidaten für Cocktails macht.

💡 Whisky im Weltall Ardbeg schickte 2011 Destillat zur Internationalen Raumstation ISS. Nach fast drei Jahren in der Schwerelosigkeit zeigten die Proben tatsächlich ein anderes Aromaprofil als die Kontrollproben auf der Erde.

Ardbeg An Oa

Wurde 2017 als der „rundeste" Ardbeg eingeführt. Der Name bezieht sich auf die Mull of Oa, eine abgelegene Halbinsel im Südwesten von Islay. Dieser Whisky vereint Spirit aus Pedro Ximénez-Sherry-Fässern, ausgebrannten Virgin Oak-Fässern und Ex-Bourbon-Fässern. Das Ergebnis ist ein weicherer, zugänglicherer Ardbeg mit Noten von Vanille, geröstetem Karamell und einem dezenten Rauch.

Ardbeg Uigeadail

Ausgesprochen „Uh-gah-dahl" und benannt nach dem Loch Uigeadail, der Wasserquelle der Brennerei. Dieser Whisky ohne Altersangabe wird mit kräftigen mit 54,2 % vol abgefüllt. Er vereint Spirit aus Ex-Bourbon-Fässern mit älterem, in Sherry-Fässern gereiftem Whisky. Der Uigeadail ist bekannt für seine außergewöhnliche Tiefe und Komplexität, mit Aromen von dunkler Schokolade, getrockneten Früchten und intensivem Torfrauch.

"Der Uigeadail ist mein absoluter Favorit. Diese Kombination aus Sherry-Süße und Torfrauch – da merkt man einfach, dass hier Profis am Werk sind. Jeden Cent wert."

Ardbeg Corryvreckan

Benannt nach dem berüchtigten Strudel zwischen Jura und Scarba. Er wird teilweise in neuen französischen Eichenfässern gereift, was ihm eine besondere Würze verleiht. Mit sehr starken  57,1 % vol ist er der stärkste Whisky im regulären Sortiment und bietet intensive Aromen von schwarzem Pfeffer, Espresso, Teer und maritimem Rauch.

Limited Editions und Sonderabfüllungen

Neben der Core Range veröffentlicht Ardbeg regelmäßig limitierte Sonderabfüllungen, die zu den begehrtesten Whisky-Releases der Welt gehören.

Die Supernova-Serie

Ardbeg Supernova war eine Serie von ultra-getorften Abfüllungen mit einem Phenolgehalt von bis zu 100 ppm im Malz – fast doppelt so hoch wie beim regulären Ardbeg. Die Serie umfasste mehrere Releases zwischen 2009 und 2015, wobei die 2010er-Abfüllung zum Scotch Whisky of the Year gekürt wurde.

Diese Whiskys waren bekannt für ihre extreme Intensität bei gleichzeitig überraschender Balance – ein Beweis für die Kunst der Destillation bei Ardbeg.

Ardbeg Day Releases

Jedes Jahr zum Ardbeg Day veröffentlicht die Brennerei eine besondere limitierte Edition, die schnell zum Highlight für Liebhaber weltweit geworden ist. Seit 2012 erscheint jährlich eine neue, kreative Abfüllung, die jeweils ein einzigartiges Konzept verfolgt. Die Releases experimentieren mit unterschiedlichen Fasstypen wie Sherry, Rum, Pinot Noir oder Port, mit speziellen Toasting- und Charring-Techniken für die Fässer sowie mit innovativen Produktionsmethoden.

Besonders bemerkenswert war die Heavy Vapours-Abfüllung, die ohne den charakteristischen Purifier destilliert wurde – ein einzigartiges Experiment, das zeigte, welchen entscheidenden Einfluss dieses Element auf den typischen Ardbeg-Charakter hat. Diese jährlichen Releases sind bei Liebhabern heiß begehrt und oft innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Historische Abfüllungen

Einige ältere Ardbeg-Abfüllungen haben legendären Status erreicht. Ardbeg 1965 ist eine der seltensten und begehrtesten Abfüllungen, Ardbeg 1974 stammt aus der Zeit vor der Schließung, und der Ardbeg 1975 ist das Fass, das 2022 für 16 Millionen Pfund verkauft wurde. Ardbeg Lord of the Isles, ein 25-jähriger Whisky, ist heute extrem selten, und der Airigh Nam Beist, benannt nach dem Loch, wurde leider eingestellt.

Diese historischen Abfüllungen erreichen auf Auktionen regelmäßig fünf- bis sechsstellige Beträge und sind begehrte Sammlerstücke.

Ardbeg Whisky genießen

Beim Whisky-Genuss gibt es kein Richtig oder Falsch – letztlich sollte jeder so trinken, wie es ihm am besten schmeckt. Die folgenden Empfehlungen sind lediglich Anregungen, um die vielfältigen Aromen eines Ardbeg Whiskys optimal zur Geltung zu bringen.

Die Verkostung

Ardbeg-Whiskys entfalten sich am besten bei Raumtemperatur in einem Glencairn-Glas oder einem tulpenförmigen Nosing-Glas. Beginne mit der Nase, zunächst ohne Schwenken, um die ersten Aromen zu erfassen. Ein paar Tropfen Wasser können neue Aromen freisetzen und den Whisky „öffnen". Nimm dann kleine Schlucke und beweg den Whisky im Mund, um alle Geschmacksnuancen zu erfassen. Genieße schließlich das Finish, die Nachwirkung, die bei guten Ardbeg-Whiskys besonders lang anhält.

Ardbeg mit Wasser

Bei den stärkeren Abfüllungen wie Uigeadail mit 54,2 % vol oder Corryvreckan mit 57,1 % vol kann etwas Wasser hilfreich sein. Es „öffnet" den Whisky, mildert die Alkoholschärfe und lässt subtilere Aromen hervortreten. Bei den 46 %-Abfüllungen wie Ardbeg TEN oder An Oa ist Wasser optional – viele genießen sie pur. Probiere einfach aus was dir persönlich am besten gefällt.

Ardbeg in Cocktails

Obwohl Puristen erschaudern mögen, funktioniert Ardbeg hervorragend in Cocktails – und wer sagt, dass ein hochwertiger Single Malt nicht auch gemixt werden darf? Der Ardbeg Old Fashioned kombiniert 50 ml Ardbeg Ten mit einem Teelöffel Ahornsirup, zwei Dashes Angostura Bitters und einer Orangenzeste. Der modifizierte Penicillin verwendet 45 ml Ardbeg Wee Beastie mit 22 ml Honig-Ingwer-Sirup, 22 ml frischem Zitronensaft und einem Ardbeg Ten Float.

Der US-Ambassador Cameron George empfiehlt: „Single Malt Scotch sollte noch viel öfter als Cocktail-Basis verwendet werden."

Ardbeg Produktion – Vom getorften Malz zum Islay Single Malt

Mälzen und die Bedeutung des Islay-Torfs

Die Grundlage für den charakteristischen Geschmack von Ardbeg wird bereits beim Mälzen gelegt. Bis 1981 betrieb Ardbeg seine eigene Mälzerei mit Mälzböden und Darren – eine Tradition, die bis zur Gründung der Brennerei zurückreichte. Eine Besonderheit der alten Ardbeg-Darren war das Fehlen von Ventilatoren im Dach, wodurch der Torfrauch besonders intensiv und konzentriert war.

Heute bezieht Ardbeg sein gemälztes Gerstenmalz von der Port Ellen Maltings, einer modernen Mälzerei, die der Diageo-Gruppe gehört und die meisten Islay-Brennereien beliefert. Das Malz für Ardbeg wird auf einen Phenolgehalt von 50-55 ppm (parts per million) getorft – einer der höchsten Werte aller Islay-Brennereien.

Zum Vergleich: Bunnahabhain verwendet mit etwa 2 ppm praktisch ungetorftes Malz, Bowmore liegt bei etwa 20 ppm, Caol Ila bei etwa 30 ppm, während Lagavulin und Laphroaig mit 35-40 ppm arbeiten. Mit 50-55 ppm liegt Ardbeg deutlich an der Spitze der etablierten Islay-Brennereien.

Der Torf, der auf Islay verwendet wird, unterscheidet sich von dem anderer schottischer Regionen. Er besteht hauptsächlich aus zersetztem Heidekraut, Moos und Gräsern und verleiht dem Whisky seine charakteristischen maritimen, medizinischen und rauchigen Noten. Die Zusammensetzung des Torfs variiert je nach Tiefe und Standort, was zu subtilen Unterschieden im Geschmacksprofil führen kann.

Die Boby Mill von 1921

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften von Ardbeg ist die Verwendung traditioneller Produktionsmethoden. Das Herzstück der Brennerei ist die Boby Mill, eine Schrotmühle, die 1921 von Robert Boby aus Bury St. Edmunds installiert wurde. Diese über 100 Jahre alte Mühle funktioniert noch immer einwandfrei und mahlt das Malz in präzise definierten Anteilen.

Das gemahlene Malz, auch Schrot oder „Grist" genannt, besteht aus drei Komponenten: etwa 70 % Kernmehl (Grist), also das Herzstück des Korns, etwa 20 % Spelzen (Husk), die äußere Schale, und etwa 10 % feines Mehl (Flour). Diese Zusammensetzung ist entscheidend für den Maischvorgang, da die Spelzen als natürlicher Filter dienen. Interessanterweise ist ein Großteil der Phenole in den Spelzen enthalten, weshalb das korrekte Mahlen für die Erhaltung des Torfcharakters von entscheidender Bedeutung ist.

Ardbeg ist stolz darauf, dass alle Produktionsprozesse mit traditionellen Methoden durchgeführt werden und die Aufzeichnungen immer noch mit Papier und Stift geführt werden – kein Computerbildschirm ist in der Produktion zu sehen.

💡 Symphonie für Whisky Der finnische Komponist Osmo Tapio Räihälä schrieb 2003 das Orchesterwerk „Ardbeg – The Ultimate Piece For Orchestra". Es wurde vom Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester aufgenommen – ein einzigartiges musikalisches Tribut an eine Brennerei.

Maischen mit Wasser aus dem Loch Uigeadail

Der Maischbottich (Mash Tun) von Ardbeg ist ein beeindruckendes Stück Industriegeschichte. Die äußere gusseiserne Hülle stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von den Newmill Ironworks in Elgin gefertigt. Das Innere wurde 1999 mit einem modernen Edelstahl-Semi-Lauter-System ausgestattet. Die Kapazität beträgt etwa 4,5 Tonnen.

Das Wasser für die Produktion stammt aus dem Loch Uigeadail, das etwa drei Meilen (ca. 5 km) hinter der Brennerei in den Hügeln liegt. Das Wasser fließt über harten Quarzit und durch den Ardilistry River in den künstlich angelegten Loch Larnan. Von dort fließt es über schwere Torfmoore durch das „Charlie's Dam" zur Brennerei.

Das weiche, torfhaltige Wasser ist ein entscheidender Faktor für den einzigartigen Geschmack von Ardbeg. Es enthält natürliche Mineralien und hat bereits auf seinem Weg durch die Torfmoore einige der charakteristischen Aromen aufgenommen.

Beim Maischvorgang wird das Schrot mit heißem Wasser vermischt, um die Stärke in vergärbare Zucker umzuwandeln. Ardbeg führt diesen Prozess in drei Aufgüssen durch. Der erste Aufguss mit heißem Wasser extrahiert die leicht löslichen Zucker, der zweite Aufguss bei höherer Temperatur löst weitere Zucker, und der dritte Aufguss (Sparge) wird als erstes Wasser für die nächste Maische wiederverwendet.

Die gewonnene süße Flüssigkeit (Würze) wird auf 18°C abgekühlt und in die Gärbottiche gepumpt. Die verbliebenen ausgelaugten Körner (Draff) werden als Tierfutter an lokale Bauern verkauft – ein nachhaltiger Kreislauf, der seit Generationen praktiziert wird.

Fermentation: 66-71 Stunden in Holz-Washbacks

Ardbeg verfügt über sechs traditionelle Gärbottiche (Washbacks), die aus Holz gefertigt sind – drei aus Lärchenholz und drei aus Oregon-Kiefer (Douglas Fir). Jeder Bottich hat ein Fassungsvermögen von etwa 23.500 Litern.

Im Zuge der Kapazitätserweiterung wurden zusätzlich vier neue identische Washbacks aus Douglasie im alten Malzspeicher installiert, sowie zwei experimentelle Bottiche in einem separaten Gebäude. Die Fermentation ist nun auf drei verschiedene Gebäude verteilt.

Die Fermentationszeit bei Ardbeg ist mit 66 bis 71 Stunden deutlich länger als bei vielen anderen Brennereien. Dies liegt am hohen Phenolgehalt des Malzes, der eine längere Gärung erfordert. Die verlängerte Fermentation fördert zudem die Bildung von fruchtigen Estern, die zur Komplexität des fertigen Whiskys beitragen.

Die Holzbottiche spielen eine wichtige Rolle für den Charakter des Whiskys. Im Gegensatz zu Edelstahltanks reagieren sie mit der gärenden Würze und verleihen ihr zusätzliche estrige, leicht karbolische Noten, die typisch für den Ardbeg-Charakter sind.

Am Ende der Fermentation hat die entstandene „Wash" einen Alkoholgehalt von etwa 8,5 % vol – vergleichbar mit einem starken Bier.

Destillation und der einzigartige Purifier

Die Brennblasen

Traditionell arbeitete die Brennerei mit nur zwei Brennblasen – einer Wash Still und einer Spirit Still. Im März 2021 wurde ein neues Brennhaus fertiggestellt, das die Kapazität verdoppelte. Ardbeg verfügt nun über vier kupferne Pot Stills: zwei Wash Stills mit je etwa 18.000 Litern Kapazität (gefüllt mit ca. 11.750 Litern) und zwei Spirit Stills mit je etwa 17.000 Litern Kapazität (gefüllt mit ca. 13.500 Litern).

Die neuen Brennblasen wurden von Forsyths in Rothes gefertigt und sind exakte Repliken der Originale – bis auf den Millimeter genau und mit identischer Platzierung jeder Niete und Schraube. Dies stellt sicher, dass der charakteristische Ardbeg-Charakter auch bei erhöhter Produktion erhalten bleibt.

Die jährliche Produktionskapazität stieg von etwa 1 Million auf 2,8 Millionen Liter reinen Alkohols.

Der Purifier – Das Herzstück des Ardbeg-Charakters

Das wahre Geheimnis von Ardbeg liegt im Purifier – einem einzigartigen Kupfergefäß am Lyne Arm der Spirit Still. Dieses kleine, auf Islay einzigartige Element befindet sich auf der Unterseite des Lyne Arms zwischen der Brennblase und dem Kondensator.

Der Purifier funktioniert wie folgt: Während des Brennvorgangs steigen Alkoholdämpfe in den Lyne Arm. Die schwereren, unreinen Verbindungen erreichen den Purifier, wo sie kondensieren und über ein Kupferrohr zurück in den Hauptkörper der Brennblase fließen. Dort werden sie erneut destilliert.

Dieser Prozess sorgt für einen verstärkten Kupferkontakt und filtert die schwersten, öligen Verbindungen heraus. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Obwohl Ardbeg eines der am stärksten getorften Malze verwendet, ist der resultierende Spirit überraschend elegant und ausgewogen.

Mickey Heads, der langjährige Distillery Manager, erinnert sich nicht an eine Zeit, in der die Ardbeg Spirit Still keinen Purifier hatte – selbst auf alten Fotos ist er bereits zu sehen. Der Purifier ermöglicht es, die intensiven Phenole mit den süßen, fruchtigen Aromen in Einklang zu bringen – das „Peaty Paradox", das Ardbeg so besonders macht.

"Seit ich weiß, wie viel Handarbeit und Tradition in jedem Ardbeg steckt, schmeckt er noch besser. Die Geschichte hinter der Brennerei macht den Whisky für mich erst komplett."

Der Destillationsprozess

Ardbeg destilliert zweifach. Bei der ersten Destillation in der Wash Still wird die fermentierte Wash erhitzt, bis die Alkoholdämpfe aufsteigen und kondensieren. Das Ergebnis sind die „Low Wines" mit etwa 21-25 % Alkoholgehalt.

Bei der zweiten Destillation in der Spirit Still werden die Low Wines erneut destilliert. Hier findet die entscheidende Trennung statt in Foreshots (Vorlauf, die ersten unerwünschten Destillate), Heart (Mittellauf, der gewünschte Spirit) und Feints (Nachlauf, die letzten unerwünschten Destillate).

Bei Ardbeg werden die leichteren, süßen und fruchtigen Alkohole während der ersten zwei Stunden des Spirit Runs gesammelt. Die schwereren phenolischen Verbindungen werden in der zweiten Hälfte gewonnen. Diese sorgfältige Auswahl der Mittelfraktion ist entscheidend für die Qualität und den Charakter des fertigen Whiskys.

Der New Make Spirit verlässt die Brennblase mit etwa 63 % Alkoholgehalt und enthält noch etwa 17-24 ppm Phenole – deutlich weniger als die 50-55 ppm im ursprünglichen Malz, aber immer noch einer der höchsten Werte in der Branche.

Reifung in Eichenfässern am Atlantik

Die Fässer

Nach der Destillation wird der Ardbeg-Spirit in Eichenfässer gefüllt, wo er für mindestens drei Jahre reifen muss, um als Scotch Whisky bezeichnet werden zu dürfen.

Ardbeg verwendet überwiegend Ex-Bourbon-Fässer aus amerikanischer Weißeiche, die dem Whisky Vanille-, Karamell- und Holznoten verleihen. Diese Fässer wurden zuvor für die Reifung von Bourbon Whiskey verwendet und bringen ihre eigene Aromengeschichte mit.

Für spezielle Abfüllungen kommen auch andere Fasstypen zum Einsatz, darunter Ex-Sherry-Fässer (insbesondere Oloroso und Pedro Ximénez), neue französische Eichenfässer, Ex-Madeira-Fässer sowie Wein- und Portweinfässer für experimentelle Releases.

Die Lagerhäuser

Die Brennerei verfügt über mehrere Dunnage Warehouses auf Islay – traditionelle, niedrige Lagerhäuser mit Erdboden. Das berühmteste ist Warehouse No. 2, das als einziges Gebäude nie weiß gestrichen wurde und so einen markanten Kontrast zum Rest der Brennerei bildet.

Die Lage direkt am Meer bedeutet, dass die Fässer einer salzigen, feuchten Atmosphäre ausgesetzt sind, die zur Entwicklung der charakteristischen maritimen Noten beiträgt. Die Meeresluft dringt in die Lagerhäuser ein und beeinflusst die Reifung des Whiskys.

Klimatische Bedingungen

Das Klima auf Islay ist einzigartig mit Wintertemperaturen von etwa 4°C, Sommertemperaturen von etwa 14°C, ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit durch die Nähe zum Meer und konstanten Temperaturen dank des Golfstroms.

Diese Bedingungen führen zu einer langsamen Reifung und einem geringen „Angel's Share" (Verdunstungsverlust) von nur etwa 1-2% pro Jahr – deutlich weniger als bei Brennereien in wärmeren Klimazonen. Dies ermöglicht eine längere Entwicklung komplexer Aromen im Fass.

Phenolgehalt: 50-55 ppm im Malz

Der Phenolgehalt (PPM – Parts Per Million) ist ein wissenschaftliches Maß für die Torfigkeit eines Whiskys. Bei Ardbeg wird das Malz auf etwa 50-55 ppm getorft.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der im Malz gemessene Phenolgehalt nicht identisch mit dem im fertigen Whisky ist. Im Malz beträgt er 50-55 ppm, im New Make Spirit nur noch etwa 17-24 ppm, und im gereiften Whisky sind die Werte noch geringer.

Während des Maischens, Gärens und Destillierens geht ein Teil der Phenole verloren. Der Mahlvorgang, die Fermentationsdauer und die Destillationstechnik beeinflussen, wie viel Phenol letztendlich im Whisky landet.

Für besondere Abfüllungen wie die Ardbeg Supernova wurde das Malz auf bis zu 100 ppm getorft, was sie zu einer der rauchigsten Whisky-Expressions überhaupt machte.

Obwohl Bruichladdichs Octomore-Serie mit bis zu 309 ppm mittlerweile höher getorft ist, bleibt Ardbeg der Benchmark für ausgewogene, komplexe torfige Whiskys. Denn bei Ardbeg geht es nicht nur um die Intensität des Torfs, sondern um die Balance mit süßen, fruchtigen Noten.

Ardbeg Geschichte – Von 1815 bis zur Kultmarke

Ardbeg Brennerei auf Islay

Ardbeg Brennerei

Die frühen Jahre und illegale Anfänge (vor 1815)

Die Geschichte der Whisky-Produktion am Standort Ardbeg reicht weiter zurück als das offizielle Gründungsdatum vermuten lässt. Bereits um 1794 betrieb ein gewisser Alexander Stewart eine illegale Brennerei an diesem Ort. Zu dieser Zeit war die Schwarzbrennerei auf Islay weit verbreitet – die abgelegene Lage der Insel und die Fülle an natürlichen Ressourcen machten sie zum idealen Ort für die heimliche Whisky-Produktion.

Die illegale Brennerei wurde schließlich durch eine Zolluntersuchung geschlossen, was den Weg für die legale Produktion ebnete.

Die Gründung und die Ära der MacDougalls (1815-1853)

Im Jahr 1815 erhielt John MacDougall, ein lokaler Bauer und Brenner aus einer Familie, die seit Generationen mit der Whisky-Produktion verbunden war, die offizielle Lizenz zur Destillation. Sein Vater Duncan MacDougall war bereits über 15 Jahre als Lizenznehmer tätig gewesen. Mit dieser Lizenz begann die offizielle Geschichte der Ardbeg Brennerei.

In den ersten Jahren war die Produktion noch bescheiden – die Brennerei produzierte nicht mehr als 2.500 Liter Alkohol pro Woche. Die Anlagen waren rudimentär, aber John MacDougall legte den Grundstein für das, was Ardbeg werden sollte.

1838 wurde die Brennerei an den Glasgower Spirituosenhändler Thomas Buchanan für 1.800 Pfund verkauft. Alexander MacDougall, der Sohn des Gründers, blieb jedoch als Manager tätig und führte die Tradition der Familie fort.

Nach Alexander MacDougalls Tod im Jahr 1853 übernahmen seine Schwestern Margaret und Flora MacDougall gemeinsam mit Colin Hay die Leitung der Brennerei. Diese beiden Frauen waren möglicherweise die ersten weiblichen Brennereibetreiberinnen in der Geschichte Schottlands – eine bemerkenswerte Leistung in einer Zeit, in der die Whisky-Industrie vollständig von Männern dominiert wurde.

Die Blütezeit unter der Familie Hay (1853-1920er)

Unter der Führung der Familie Hay erlebte Ardbeg seine erste große Blütezeit. Colin Hay investierte massiv in die Modernisierung und Erweiterung der Brennerei mit größeren Brennblasen, neuen Lagerhäusern und einer deutlich erhöhten Produktionskapazität.

Als der berühmte Whisky-Chronist Alfred Barnard die Brennerei 1886 für sein Buch „The Whisky Distilleries of the United Kingdom" besuchte, produzierte Ardbeg bereits 250.000 Gallonen (über 1,1 Millionen Liter) Whisky pro Jahr und beschäftigte 60 Arbeiter. Damit war Ardbeg zu dieser Zeit die produktivste Brennerei auf Islay.

Die Brennerei war zu einem kleinen Dorf gewachsen, mit Wohnhäusern für die Arbeiter und ihre Familien, einer Gemeinschaftshalle, Gewächshäusern, einem Bowling Green und sogar einer Schule für 100 Schüler. Als Colin Hay 1897 in den Ruhestand ging, war Ardbeg die erfolgreichste Brennerei auf Islay.

💡 Frauen-Power im 19. Jahrhundert Nach dem Tod von Alexander MacDougall 1853 übernahmen seine Schwestern Margaret und Flora MacDougall die Brennerei – möglicherweise die ersten weiblichen Brennereibetreiberinnen in der Geschichte Schottlands.

Der Hauptgrund für diesen Erfolg lag in der wachsenden Popularität von Blended Whisky. Ardbeg-Malt war aufgrund seiner intensiven Torfigkeit ein begehrter Bestandteil vieler Blends, darunter auch der berühmte Buchanan's Blend.

1911 wurde der Name Ardbeg und das ikonische „A" als Warenzeichen registriert.

Krisenzeiten und wechselnde Besitzer (1920er-1996)

Die Kombination aus dem Ersten Weltkrieg, der Prohibition in den USA und der wirtschaftlichen Depression der 1920er Jahre traf die schottische Whisky-Industrie hart. Wie viele andere Brennereien kämpfte auch Ardbeg ums Überleben.

Nach dem Ende der Ära der Hay-Familie übernahm die Familie Lawson in den 1920er Jahren die Leitung. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs musste die Brennerei den Betrieb einstellen, und auch die Wirtschaftskrise sowie Malzmangel auf der Insel führten bis in die 1950er Jahre zu Unterbrechungen.

1959 erwarben die Distillers Company Limited (DCL) und das kanadische Unternehmen Hiram Walker bedeutende Minderheitsbeteiligungen an Ardbeg.

Die steigende Nachfrage nach getorftem Whisky in den 1960er und 1970er Jahren führte zu einer Erhöhung der Produktion. 1974 konnte die eigene Mälzerei den Bedarf nicht mehr decken, und Ardbeg begann, getorftes Malz von der Port Ellen Maltings zu beziehen.

1977 wurden die ikonischen Darren stillgelegt, und 1979 übernahm Hiram Walker die volle Kontrolle über die Brennerei.

Das Whisky Loch und die Schließung

Doch die Krise der späten 1970er Jahre – der sogenannte „Whisky Loch" (ein massives Überangebot an Whisky auf dem Markt) – traf Ardbeg hart.

1981 wurde die Brennerei stillgelegt. 18 Arbeiter verloren ihre Beschäftigung – ein verheerender Schlag für die kleine Gemeinde auf Islay. Die Brennerei sollte für fast ein Jahrzehnt schweigen.

1989 wurde die Produktion unter dem neuen Eigentümer Allied Lyons (später Allied Domecq) in begrenztem Umfang wieder aufgenommen. Allerdings destillierte man nur für etwa zwei Monate im Jahr, hauptsächlich um Whisky für den Ballantine's Blend zu produzieren.

Zwischen 1990 und 1996 öffnete und schloss die Brennerei mit ermüdender Regelmäßigkeit, bevor sie 1996 schließlich – scheinbar endgültig – geschlossen wurde.

Während dieser Zeit wurde die Brennerei sogar als Ersatzteillager für die benachbarte Laphroaig-Brennerei (damals unter demselben Besitzer) genutzt.

💡 Der einzige Purifier auf Islay Ardbeg ist die einzige Brennerei auf Islay, die einen Purifier an der Spirit Still verwendet. Dieses kleine Kupfergefäß filtert schwere Verbindungen heraus und ist das Geheimnis hinter dem „Peaty Paradox" – intensiver Rauch bei überraschender Eleganz.

Die Rettung durch Glenmorangie (1997)

Das Jahr 1997 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte von Ardbeg. Die Glenmorangie Company erwarb die Brennerei für 7 Millionen Pfund – einschließlich des verbliebenen Whisky-Bestands, der allerdings stark dezimiert war.

Ed Dodson wurde damit beauftragt, die Brennerei wiederzubeleben. Die Anlage befand sich in einem erbärmlichen Zustand – vernachlässigt, heruntergekommen und teilweise als Ersatzteillager für die benachbarte Laphroaig-Brennerei genutzt.

Glenmorangie investierte mindestens weitere 7 Millionen Pfund in die Renovierung: Die Brennblasen wurden überholt, die Gebäude wurden neu gestrichen (in das charakteristische Weiß), und die gesamte Infrastruktur wurde modernisiert.

Am 25. Juni 1997 wurde die Produktion wieder aufgenommen, und 1998 lief die volle Produktion an.

In einem inspirierten Schritt investierte Glenmorangie auch in ein Besucherzentrum und das Old Kiln Café – jahrelang praktisch das einzige Restaurant im Süden von Islay und heute ein beliebtes Ziel für Whisky-Touristen.

Die Renaissance und der Aufstieg zur Kultmarke (1997-2004)

Stuart Thomson übernahm 1997 die Leitung als Distillery Manager und führte die Brennerei bis 2006. Unter seiner Führung begann der mühsame Wiederaufbau der Marke.

Das Problem: Es gab kaum noch älteren Ardbeg-Whisky. Die Jahre der Schließung und der minimalen Produktion hatten die Bestände stark dezimiert.

Die kreative Lösung waren die ikonischen Releases, die den Reifungsprozess des neuen Ardbeg-Destillats dokumentierten: 2004 erschien „Very Young", 2006 „Still Young" und 2007 „Almost There". Diese Abfüllungen ermöglichten es den Fans, die Entwicklung des Whiskys mitzuverfolgen, und schufen eine einzigartige Bindung zur Marke.

Die erste Altersangabe-Abfüllung unter der neuen Eigentümerschaft war ein 17-jähriger Ardbeg – destilliert noch vor der Schließung. Es dauerte bis 2008, bis der erste „echte" Ardbeg TEN 10 Jahre auf den Markt kam, das vollständig unter der neuen Führung produziert worden war.

Im Jahr 2000 wurde das Ardbeg Committee gegründet, das schnell zu einem mächtigen Marketing-Instrument und einer treuen Fangemeinde wurde. Die Kombination aus exzellenter Whisky-Qualität, cleverem Marketing und der romantischen Geschichte einer geretteten Brennerei traf den Nerv der Zeit.

"Committee-Mitglied seit 2015. Die Community, die Ardbeg Day Releases, das Gefühl, Teil von etwas Besonderem zu sein – Ardbeg ist mehr als nur ein Whisky, es ist eine Leidenschaft."

Die LVMH-Ära und weltweiter Erfolg (2004-heute)

Am 28. Dezember 2004 wurde die Glenmorangie Company (und damit auch Ardbeg) vom französischen Luxusgüterkonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) für 300 Millionen Pfund übernommen.

Als Teil eines der größten Luxusgüterkonzerne der Welt erhielt Ardbeg Zugang zu globalen Vertriebsnetzwerken, erheblichen Marketingressourcen und professionellem Markenmanagement.

2007 übernahm Michael „Mickey" Heads, ein gebürtiger Islay-Bewohner, der zuvor bei Jura und früher bei Ardbeg gearbeitet hatte, die Position des Distillery Managers. Unter seiner dreizehnjährigen Führung erlebte Ardbeg einen beispiellosen Aufstieg.

Die Auszeichnungen häuften sich: 2008 World Whisky of the Year für Ardbeg Ten, 2009 World Whisky of the Year für Uigeadail mit der Rekordwertung von 97,5 Punkten, 2010 Scotch Whisky of the Year für Supernova und 2013 World's Best Single Malt für Galileo.

Ardbeg wurde zum am höchsten dekorierten rauchigen Single Malt der Welt.

Das Weltraum-Experiment (2011-2014)

Im Oktober 2011 wagte Ardbeg ein beispielloses Experiment: In Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen NanoRacks wurden Ampullen mit Ardbeg-Destillat und Eichenholzsplittern zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.

Das Ziel war es, die Auswirkungen der Mikrogravitation auf die Reifung von Whisky zu untersuchen – insbesondere auf die Terpene, die Bausteine vieler Aromen.

Die Ampullen umkreisten die Erde fast drei Jahre lang mit einer Geschwindigkeit von 27.743 km/h, etwa 15 Mal pro Tag, in einer Höhe von etwa 320 km.

Im September 2014 kehrten die Proben zur Erde zurück (gelandet in Kasachstan) und wurden mit Kontrollproben verglichen, die auf Islay verblieben waren.

Die Ergebnisse waren faszinierend. Dr. Bill Lumsden, Ardbegs Director of Distilling and Whisky Creation, stellte „signifikante Unterschiede" fest: Die Weltraumproben zeigten „ein anderes Set von rauchigen Aromen", die Phenolnoten waren ausgeprägter, und unbekannte Aromaverbindungen wurden identifiziert.

Die Untersuchung der Verhältnisse verschiedener Holzextraktverbindungen ergab ebenfalls deutliche Unterschiede – ein Beweis dafür, dass die Schwerkraft tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Reifung hat.

Die Ardbeg Galileo-Abfüllung, benannt nach dem berühmten Astronomen, feierte dieses bahnbrechende Experiment und gewann 2013 den Titel „World's Best Single Malt Whisky" bei den World Whiskies Awards.

Kapazitätserweiterung und die Zukunft (2018-heute)

Im Februar 2018 kündigte Ardbeg Pläne für eine umfassende Erweiterung an. Ein neues Brennhaus mit zwei zusätzlichen Brennblasen sollte die Produktionskapazität verdoppeln.

Das Projekt wurde im März 2021 abgeschlossen. Das neue Brennhaus beherbergt nun vier kupferne Pot Stills, die exakte Repliken der Originale sind. Die jährliche Produktionskapazität stieg von etwa 1 Million auf 2,8 Millionen Liter reinen Alkohols. Die Erweiterung erfolgte ohne Beeinträchtigung des Besucherbetriebs.

Im August 2020 übergab Mickey Heads nach 13 Jahren an der Spitze die Leitung an Colin Gordon, den neuen Distillery Manager, der die Tradition von Ardbeg in die Zukunft führt.

Im Juli 2022 schrieb Ardbeg erneut Geschichte: Ein Fass aus dem Jahr 1975 wurde für 16 Millionen Pfund an einen privaten Sammler verkauft – der höchste jemals für ein einzelnes Whiskyfass gezahlte Preis, der den bisherigen Rekord von Macallan übertraf.

2025 feiert das Ardbeg Committee sein 25-jähriges Jubiläum mit über 220.000 Mitgliedern weltweit. Die Brennerei, die einst kurz vor dem Untergang stand, ist heute ein globales Phänomen und ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Leidenschaft, Qualität und ein bisschen Marketing-Genie eine Marke zu neuem Leben erwecken können.

Ardbeg Single Malt – Für wen lohnt sich der Kauf?

Die Geschichte von Ardbeg ist eine Geschichte von Höhen und Tiefen, von Schließungen und Wiedergeburten, von Tradition und Innovation. Von den illegalen Anfängen Ende des 18. Jahrhunderts über die Blütezeit im viktorianischen Zeitalter, die Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts bis hin zur triumphalen Renaissance unter Glenmorangie und LVMH – Ardbeg hat sich immer wieder neu erfunden.

Was Ardbeg auszeichnet, ist nicht nur die Qualität des Whiskys, sondern auch die Leidenschaft, die dahinter steht. Der einzigartige Purifier, die sorgfältige Auswahl der Fässer, die langen Gärzeiten und die präzise Destillation – all diese Faktoren tragen zu einem Scotch Whisky bei, der unter Liebhabern einen fast kultischen Status genießt.

Die über 100 Jahre alte Boby Mill, die traditionellen Holz-Washbacks, die handwerkliche Produktionsweise – Ardbeg verbindet das Beste aus Tradition und Moderne zu einem unverwechselbaren Produkt.

Für jeden, der die Welt des torfigen Islay Single Malt Whisky erkunden möchte, ist Ardbeg ein unverzichtbarer Ausgangspunkt. Ardbeg TEN 10 Jahre bietet den perfekten Einstieg, während Abfüllungen wie Uigeadail und Corryvreckan die Tiefe und Komplexität dieser außergewöhnlichen Brennerei offenbaren.

Ardbeg beweist, dass Whisky mehr sein kann als nur ein Getränk – er kann eine Gemeinschaft schaffen, eine Geschichte erzählen und eine Verbindung zu einem Ort am Ende der Welt herstellen, wo der Atlantik auf die Küste von Islay trifft und der Torfrauch in der Luft liegt.

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Ardbeg Whisky FAQ – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ist Ardbeg ein rauchiger Whisky?

Ja, Ardbeg gehört zu den rauchigsten Whiskys der Welt. Mit einem Phenolgehalt von 50-55 ppm im Malz zählt die Brennerei zu den am stärksten getorften auf Islay. Der intensive Torfrauch ist das Markenzeichen von Ardbeg, wird jedoch durch eine überraschende Süße und fruchtige Noten ausbalanciert – ein Phänomen, das als „Peaty Paradox" bekannt ist.

Wie schmeckt Ardbeg?

Ardbeg schmeckt intensiv rauchig und torfig mit deutlichen Zitrusnoten von Limette und Zitrone. Dazu kommen süße Aromen von Vanille und Schokolade, maritime Noten wie Seetang und Meersalz sowie würzige Akzente von schwarzem Pfeffer. Das charakteristische „Peaty Paradox" vereint kräftigen Torfrauch mit eleganter Süße zu einem komplexen Geschmackserlebnis.

Wie spricht man Ardbeg aus?

Ardbeg wird „ARD-beg" ausgesprochen, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Der Name stammt vom schottisch-gälischen „An Àird Bheag" und bedeutet „Das kleine Vorgebirge". Die Aussprache ist unkompliziert – einfach so, wie es geschrieben steht, mit kurzem „a" und hartem „g" am Ende.

Wem gehört Ardbeg?

Ardbeg gehört seit 2004 dem französischen Luxusgüterkonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy). Die Übernahme erfolgte durch den Kauf der Glenmorangie Company für 300 Millionen Pfund. Zuvor hatte Glenmorangie die Brennerei 1997 vor der endgültigen Schließung gerettet und grundlegend renoviert.

Wo liegt die Ardbeg Brennerei?

Ardbeg liegt an der Südküste der schottischen Insel Islay, etwa fünf Kilometer östlich von Port Ellen. Gemeinsam mit Lagavulin und Laphroaig bildet sie das berühmte „Kildalton Trio" entlang der Küstenstraße. Die abgelegene Bucht bot im 18. Jahrhundert Schmugglern ein perfektes Versteck für illegale Whisky-Produktion.

Was bedeutet der Name Ardbeg?

Ardbeg stammt vom schottisch-gälischen „An Àird Bheag" und bedeutet „Das kleine Vorgebirge" oder „Die kleine Anhöhe". Der Name beschreibt die geografische Lage der Brennerei in einer kleinen Bucht an der felsigen Südküste von Islay. Seit 1911 ist der Name Ardbeg als Warenzeichen registriert.

Was ist das Ardbeg Committee?

Das Ardbeg Committee ist ein kostenloser Fanclub mit über 220.000 Mitgliedern weltweit, gegründet im Jahr 2000. Mitglieder erhalten Vorab-Informationen über neue Releases, Zugang zu exklusiven Committee-Abfüllungen und Einladungen zu besonderen Events. Der jährliche Ardbeg Day am letzten Samstag des Islay Festivals ist der Höhepunkt für alle „Ardbeggians".

Kann man die Ardbeg Brennerei besichtigen?

Ja, das Ardbeg Visitor Centre ist eines der beliebtesten auf Islay und bietet verschiedene Touren an – von Einsteiger-Rundgängen bis zu intensiven Warehouse-Tastings. Das preisgekrönte Old Kiln Café serviert regionale schottische Küche. Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich, November bis März Montag bis Freitag. Vorabreservierung wird empfohlen.